Massennutzung von Elektroautos durch Technologiesprung

Ob Elektroautos in naher oder mittlerer Zukunft das Straßenbild dominieren werden, hängt neben der technischen Leistungsfähigkeit zum großen Teil von den Kosten der Batterien ab.
 
Ohne größeren Technologiesprung werden die Kostendegressionen kaum ausreichen, um eine weite Verbreitung der Elektroautos zu ermöglichen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Batteries for Electric Cars-Challenges, Opportunities, and the Outlook to 2010" der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG). "Damit wird der Markt für Elektroautos noch auf lange Zeit von direkten Zuschüssen, steuerlichen Subventionierungen oder deutlich höheren Treibstoffpreisen abhängen", so die Experten.
Das prognostizierte Wachstum ist trotz dieser Hürden groß. Es könnten 2020 bereits 26 Prozent der Neuwagen in China, Japan, den USA und Westeuropa Elektro- oder Hybridantriebe haben - also rund 14 Mio. Autos. Der weltweite Markt für Lithium-Ionen-Batterien könnte im selben Jahr dreimal so viel wie aktuell für die Batterien umsetzen, die vor allem in Konsumgüterprodukten wie Handys oder Laptops genutzt werden.

Energiespeicherkapazitäten, Aufladezeiten und Infrastrukturanforderungen stellen weitere Herausforderungen für den Elektroautomarkt dar. Ohne technologischen Durchbruch wird die Reichweite eines Elektroautos bei lediglich 250 bis 300 Kilometern liegen, bevor der Fahrer die Batterien aufladen muss, berichtet "derstandard.at"

"Angesichts der höheren Anschaffungskosten werden die Verbraucher genau prüfen, ob sich ein Elektroauto gegenüber einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor überhaupt lohnt", sagt BCG-Geschäftsführer Georg Sticher. "Insgesamt werden die Kaufentscheidungen in Zukunft noch komplexer sein als bisher, da die Verbraucher neben Betriebskosten und Produkteigenschaften auch Schadstoffausstoß und Reichweitenbeschränkungen berücksichtigen müssen."
Kunden erwarten, dass sich ein Elektroauto spätestens drei Jahre nach dem Kauf amortisiert. Aktuelle staatliche Förderprogramme reichen von rund 2.100 Euro pro Elektroauto in China bis zu 5.300 Euro in Frankreich, Deutschland und den USA. Werden diese Förderprogramme bis 2020 ausgedehnt, lohnt sich der Kauf eines Elektroautos in den USA und Westeuropa dann schon nach ein bis fünf Jahren statt.

(quelle: „derstandard.at")