| Wintertest: Stromfahren testet Elektoautos bei Minustemperaturen Wien# In den letzten Tagen hat das Team von Stromfahren für den Jahresbericht Elektromobilität Österreich 2011 mehrere Elektroautos bei Minustemperaturen in Ostösterreich getestet. Fazit: Alles was sich 'Zero Emission' brüstet, führt eine Komfort-Heizung mit dem Stromverbrauch von ca. zwei Damen-Föhns mit. Wie sich das auf Energieverbrauch, Reichweite (und Wohlbefinden) während der Fahrt auswirkt, finden Sie exklusiv in der Rubrik 'Fahrzeugvergleich' des Jahresberichts, der in einigen Tagen erscheint. |
Kampf um Vormachtstellung beginnt!
Gewagter Schritt: Die Opel-Entwicklungschefin Rita Forst fordert ihre Wettbewerber zu mehr Zusammenarbeit auf!
Mitten in der schwersten Branchenkrise seit Jahrzehnten macht Rita Forst ihren Wettbewerbern das ungewöhnliche Angebot enger zu kooperieren, statt gegeneinander zu kämpfen. Sie sollten sich teure Komponenten wie Batterien einfach teilen.
Mit diesem Appell an die Kollegen bricht Rita Forst mit einem Tabu. Bisher wurden wichtige Technologiesprünge weitgehend in Eigenregie angegangen.
Die deutschen Autohersteller sind gegen eine Zusammenarbeit. Vor allem die Batteriefrage ist für fast alle klar. Da die neuen Akkus in den kommenden Jahrzehnten die Verbrennungsmotoren ablösen, müssen diese - wie schon die alten Antriebe - Teil der Marke werden. In der Branche heißt es, dass die Batterie künftig eine Möglichkeit sein muss, sich von Wettbewerbern zu unterscheiden.BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger sagte erst vor wenigen Tagen in München, dass er keine Vereinheitlichung wünsche: BMW werde immer passend zur jeweiligen Fahrzeugarchitektur zu unterschiedlichen Batterien kommen.
Beim Gipfel Anfang Mai wird es kaum zu Annäherungen kommen. Für Hersteller teurerer Premiumautos wie BMW steht sehr viel auf dem Spiel. "Gleiche Batterien für alle gefährden das Premiumsegment", heißt es in Industriekreisen. Auch in Zukunft muss gerechtfertigt werden, dass ein BMW, Daimler oder Audi teurer ist als etwa ein Opel.
Ein Argument, das auch beim Streit um austauschbare Batterien wie bei Shai Agassis Firma Better Place eine Rolle spielt. Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes bevorzugt die fest installierte Batterie und räumt ein, dass noch viel Forschungsarbeit bevor stünde, um die Führung in der E-Mobilität zu erreichen.
Der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, bezeichnete Agassis Idee vor einigen Wochen als gesichtslose Mobilitätskultur an der er kein Interesse haben könne. Die Deutsche Regierung hatte allerdings gehofft, dass Deutschland "Leitmarkt“ für die Elektromobilität der Zukunft werde, so heißt es in einem Bericht der Bundesregierung. Dafür müssten sich alle Beteiligten, also "Politik, Industrie, Wissenschaft, Kommunen sowie Verbraucher" zu einer Nationalen Plattform Elektromobilität zusammenschließen. Allerdings ist längst entschieden, wie der künftige Leitmarkt für Stromautos wirklich heißt, nämlich China.
Deshalb zieht es auch die „großen“ Deutschen nach China, wenn es um künftige Projekte geht. Daimler arbeitet zur Entwicklung von Elektrofahrzeugen mit dem dortigen Batterien- und Autohersteller BYD zusammen.Geforscht wird gemeinsam in einem Technologiezentrum vor Ort. Auch VW arbeitet mit BYD zusammen; und sowohl die Stuttgarter als auch die Wolfsburger können so von Milliardensubventionen der chinesischen Regierung profitieren.
Die Hersteller haben große Pläne. Zum Beispiel Volkswagen. Drei Prozent der gesamten Flotte soll bis 2018 unter Strom stehen, bis dahin will Konzernchef Martin Winterkorn Weltmarktführer bei E-Autos sein. Ein klares Ziel das eines zeigt: Es geht wie immer um die Spitze. Und da ist nur Platz für einen.
(quelle: „sueddeutsche.de“)
- ernsterl's blog
